Wohliges Gruseln bei der 5. Bornheimer Rauhnacht

00_IMG_5805nDer Bücherwurm – Förderverein der Stadtbücherei Bornheim e.V.“ hat sich am Freitag den 05.01.2018 ausführlich mit dem Unheimlichen beschäftigt und mit diesem schaurigem Thema die 5. Rauhnacht in der Bornheimer Stadtbücherei inhaltlich gestaltet.

Die 5. Rauhnacht war ebenso wie die Rauhnächte in den vorangegangenen Jahren, welche sich mit dem winterlichen Sternenhimmel, der wilden Jagt aus den nordischen Sagen und keltischen Mythen befassten, mit rund 45 Zuhöreren gut besucht.

Nach einer kurzen Erläuterung der Bedeutung der zwischen Weihnachten und dem 6. Januar gelegenen 12 Rauhnächte, in denen schon früher gerne schaurige Sagen und Legenden erzählt wurden, entführte der Förderverein die Besucher in die Zeit der Romantik. In der Romantik, eine kulturgeschichtliche Epoche die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein dauerte, kamen die ersten Schauerromane auf und auch die sogenannte „gehobene“ Literatur beschäftigte sich ausführlich mit dem Genre des Unheimlichen.

Dem Schauspieler Gerhard Fehn gelang es mit seiner unnachahmlichen Vorlesekunst die Besucher an die unheimlichen Schauplätze dieses Genres, wie Friedhöfe oder alte Gebäude, dunkle Wälder, Moore oder andere Naturlandschaften zu entführen. Bei Gedichten wie „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff oder Erzählungen wie „Lebendig begraben“ von Edgar Allan Poe lief den Zuhörern ein wohliger Schauer über den Rücken. Bei den weiteren von Gerhard Fehn vorgetragenen Geschichten fehlte weder die schwarze Katze als klassischer Unglücksbringer noch das gemeine Hausgespenst, welches sich durch Faulheit auszeichnet.

Da uns Menschen unheimliches einerseits Angst macht, andererseits jedoch viele Menschen gruselige Geschichten genießen, war das Motto des Abends „schön unheimlich – unheimlich schön“ treffend gewählt.